Stell Dir vor, Du sitzt beim Italiener und hast Bärenhunger. Auf der Karte stehen zwei Optionen:
Dein erster Gedanke ist vielleicht: "Ich nehme lieber zwei kleine Pizzen. 2 mal 20 cm sind ja 40 cm. Das ist viel mehr als die eine 30er Pizza, und kostet nur 2 Euro mehr. Schnäppchen!"
Stopp! Leg die Speisekarte kurz weg.
Genau hier tappst Du nämlich in die "Linearitäts-Falle". Dein Bauchgefühl addiert einfach die Durchmesser. Aber Pizza-Hunger wird nicht in Metern gemessen, sondern in Fläche. Und die Mathematik sagt ganz klar: Dein Bauchgefühl liegt falsch.
Ich rechne Dir vor, warum Du mit der großen Pizza fast immer satter wirst.
Um zu wissen, wie viel Pizza wir wirklich auf dem Teller haben, brauchen wir die Formel für die Kreisfläche. Vielleicht erinnerst Du Dich dunkel an die Schulzeit:
A = π ⋅ r2
(A = Fläche, π = Pi (ca. 3,14), r = Radius)
Wichtig: Auf der Speisekarte steht meist der Durchmesser. Der Radius ist immer die Hälfte davon.
Lass uns die beiden Bestellungen vergleichen:
Überraschung!
Obwohl "20 + 20" nach viel mehr klingt als "30", ist die einzelne große Pizza tatsächlich größer als die beiden kleinen zusammen! Du bekommst rund 12 % mehr Pizza, wenn Du die große bestellst – und das oft für einen günstigeren Preis.
Warum ist das so? Die Fläche wächst im Quadrat. Wenn Du den Durchmesser verdoppelst, vervierfacht sich die Fläche. Schon kleine Sprünge im Durchmesser (z. B. von 28 cm auf 32 cm) machen einen riesigen Unterschied in der Menge.
Es gibt nur eine einzige Ausnahme, in der Du die zwei kleinen Pizzen bestellen solltest: Wenn Du Pizzarand liebst.
Der Umfang (also die Länge der Kruste) verhält sich nämlich linear:
Fazit:
Meistens sind die Preise in Pizzerien linear gestaffelt, aber die Ware ist quadratisch. Das bedeutet: Je größer die Pizza, desto billiger ist der Quadratzentimeter. Die "Familienpizza" ist fast immer der ökonomischste Deal – vorausgesetzt, Du schaffst sie auch alleine (oder hast einen Kühlschrank für morgen).
Alle Angaben und Berechnungen ohne Gewähr.