Der 6. Dezember ist für viele von uns ein kleiner magischer Moment im Advent: Du stellst am Abend vorher deinen Stiefel vor die Tür – und wenn du morgens herauskommst, liegt er voller Süßigkeiten, Nüsse oder kleiner Geschenke. Aber warum eigentlich? Und woher kommt dieser ganze Zauber?
In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine kleine Nikolaus-Weltreise und zeigen dir, wie verschieden – und manchmal ziemlich verrückt! – die Bräuche rund um den heiligen Nikolaus sind.
Der Ursprung liegt in den Legenden rund um den heiligen Nikolaus von Myra, einem Bischof aus dem 4. Jahrhundert, der für seine Großzügigkeit bekannt war. Eine der berühmtesten Geschichten erzählt, wie er heimlich Goldbeutel durch ein Fenster in das Haus einer armen Familie warf. Angeblich landeten die Beutel in Schuhen oder Strümpfen, die am Kamin hingen – und voilà: Die Tradition war geboren.
Heute muss niemand mehr Gold erwarten (schade, oder?). Aber Süßigkeiten, Mandarinen und Schokolade machen den Morgen trotzdem ziemlich angenehm.
Je nach Region läuft der Nikolaustag bei uns ganz unterschiedlich ab. Ein paar Beispiele:
In den meisten Teilen Deutschlands ist es einfach: Stiefel putzen, rausstellen, freuen.
Fun Fact: Manche Kinder sind echte Optimisten und stellen gleich zwei Stiefel hin.
In vielen Familien – besonders im Süden – kommt der Nikolaus persönlich vorbei. Er trägt ein langes Bischofsgewand, hat ein goldfarbenes Buch und liest daraus vor, was im Jahr gut oder weniger gut lief.
In manchen Regionen bringt der Nikolaus nicht nur Geschenke, sondern auch jemanden mit, der ein bisschen grimmig dreinschaut: Knecht Ruprecht.
Er ist eine Art Erziehungsfigur und soll symbolisch die Konsequenzen zeigen, wenn man „nicht so brav“ war. Keine Sorge: Meist endet es harmlos, höchstens mit einer scherzhaften Ermahnung.
In Bayern und besonders in Österreich wird der Nikolaus von einer deutlich furchteinflößenderen Gestalt begleitet: dem Krampus – einem hörnertragenden, zotteligen Wesen, das laute Ketten und Glocken schwingt. Der Krampuslauf, bei dem verkleidete Krampusse durch die Städte ziehen, ist ein echtes Spektakel.
Der Nikolaustag ist tatsächlich ein globales Phänomen, aber jede Region hat ganz eigene Traditionen.
Die Niederländer feiern am 5. Dezember Sinterklaasavond, den Abend der Geschenke – und das mit voller Leidenschaft:
Überraschungen gibt es bei unseren Nachbarn nicht nur im Schuh, sondern auch als „Scherzgeschenke“, die in lustigen Reimen verpackt sind.
In Belgien gibt es gleich zwei Sinterklaas-Termine:
Begleitet wird er von „Zwarte Piet“, einer umstrittenen Tradition, die inzwischen vielerorts verändert wurde und heute oft in moderner, neutraler Form vorkommt.
In Lothringen und im Elsass ist der Nikolaus fast wichtiger als der Weihnachtsmann. Kinder stellen Schuhe vor die Tür, und Saint Nicolas verteilt Leckereien. Dazu tritt sein Begleiter „Père Fouettard“ auf – ähnlich wie Knecht Ruprecht.
Italien feiert am 6. Dezember kaum Nikolaus – dafür am 6. Januar Befana, eine freundliche alte Frau auf einem Besen, die Geschenke bringt. Es ist quasi "Nikolaus und Weihnachten in einem", nur etwas später.
In den USA gibt es kaum Nikolaus-Traditionen. Hier wurde die Nikolausfigur im Laufe der Zeit zum Santa Claus, der am 24./25. Dezember kommt. Statt Stiefeln hängen die Kinder Christmas Stockings am Kamin auf – eine Tradition, die aber ursprünglich doch mit Nikolaus zu tun hat.
Ob Nikolaus, Sinterklaas, Saint Nicolas oder Santa Claus – sie alle gehen auf denselben Ursprung zurück, aber jede Region hat ihre eigenen Geschichten daraus gemacht.
Meistens repräsentiert der Nikolaus:
Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum der Brauch bis heute so beliebt ist: Es geht nicht nur um Geschenke, sondern um ein warmes Gefühl in der dunklen Jahreszeit.
Viele Traditionen haben sich verändert, manche sind geblieben, andere entwickeln sich weiter:
Aber egal wie – der Zauber bleibt.
Der Nikolaus gehört zu diesen kleinen Ritualen, die die Adventszeit besonders machen. Ein Stiefel vor der Tür bringt Spannung, Vorfreude und ein bisschen Kindheitserinnerung zurück – ganz egal, wie alt man ist. Ob traditionell mit Bischofsstab oder modern mit Schoko-Nikolaus:
Der Nikolaustag ist einfach eine schöne Gelegenheit, Freude zu schenken und ein bisschen Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen.
Alle Angaben und Berechnungen ohne Gewähr.