Planst Du gerade, Dein Zimmer neu zu streichen? Willst Du schickes Laminat verlegen oder einfach nur wissen, ob das riesige Ecksofa wirklich ins Wohnzimmer passt? Dann stehst Du vor der klassischen Frage: "Wie viel Quadratmeter hat der Raum eigentlich?"
Klar, bei einem quadratischen Schuhkarton ist das einfach. Aber die Realität in Wohnungen sieht oft anders aus: Da gibt es Nischen, schräge Wände oder Zimmer in L-Form. Wer hier falsch misst, steht am Ende mit zu wenig Farbe oder zu viel teurem Parkett da.
Keine Panik! Ich zeige Dir, wie Du jeden Raum in Sekunden knackst – ganz ohne Mathe-Studium.
Fangen wir mit dem Idealfall an. Dein Zimmer hat vier gerade Wände. Hier gilt die Formel, die wir alle noch aus der Schule kennen:
Fläche = Länge ⋅ Breite
Das war einfach, oder? Aber was machen wir, wenn der Architekt kreativ war?
Viele Wohn- oder Kinderzimmer sind nicht rechteckig, sondern haben eine L-Form oder einen kleinen Vorraum. Hier scheitern viele, weil sie versuchen, alles auf einmal zu messen.
Der Trick ist die Zerlegung. Stell Dir vor, Du schneidest den Raum gedanklich in zwei (oder mehr) einfache Rechtecke.
So gehst Du vor:
Rechnos Profi-Tipp: Skizziere den Raum kurz auf einem Blatt Papier und zeichne die Trennlinien ein. Das hilft enorm, den Überblick nicht zu verlieren!
Wenn Du die Fläche berechnet hast, um Bodenbeläge (Teppich, Laminat, Fliesen) zu kaufen, darfst Du niemals exakt das kaufen, was Du ausgerechnet hast. Warum? Wegen des Verschnitts.
An den Rändern musst Du Bretter absägen oder Fliesen brechen. Diese Reste kannst Du meist nicht mehr woanders verwenden. Wenn Dein Zimmer exakt 20 m² hat und Du kaufst genau 20 m² Laminat, wird Dir garantiert das letzte Brett fehlen.
Faustformel für den Einkauf:
Willst Du nicht den Boden, sondern die Wände verschönern? Dann brauchst Du nicht die Bodenfläche, sondern die Wandfläche.
Auch das ist kein Hexenwerk:
Formel:
(Wand1 + Wand2 + Wand3 + Wand4) ⋅ Höhe = Wandfläche
Wohnst Du unterm Dach? Dann aufgepasst! Wenn Du Deine offizielle Wohnfläche berechnen willst (z. B. für den Mietvertrag oder die Nebenkostenabrechnung), darfst Du in Deutschland nicht einfach die gesamte Bodenfläche messen. Hier gilt die sogenannte Wohnflächenverordnung (WoFlV).
Das Gesetz sagt: Nur da, wo man auch (halbwegs) aufrecht stehen kann, ist es echter Wohnraum. So wird gerechnet:
Ein Rechenbeispiel: Du hast ein Zimmer mit 20 m² Bodenfläche. Aber wegen starker Schrägen sind davon 4 m² niedriger als ein Meter und 6 m² sind zwischen 1 und 2 Meter hoch.
Das ist bares Geld wert, denn Du zahlst Miete nur für die offizielle Wohnfläche, nicht für die niedrigen Ecken!
Egal ob Du Möbel stellst oder renovierst: Wer vorher misst, spart nachher Geld und Nerven. Ein Laser-Messgerät ist dabei übrigens eine tolle Hilfe, aber der gute alte Zollstock tut es auch – wenn man ihn gerade hält!
Du hast Deine Maße genommen und willst sichergehen? Spar Dir das Kopfrechnen und Tippfehler. Gib Länge und Breite einfach in meinen Raumflächen-Rechner. Der Clou: Er kann niedrige Bereich durch die Angabe eines Faktors auch anteilig in die Gesamtfläche einbeziehen.
Alle Angaben und Berechnungen ohne Gewähr.